Nebelschwaden umhüllen die Landschaft und ein feiner Nieselregen legt sich wie ein Vorhang darüber. Die Landschaft ist braun-rötlich eingefärbt. Umgeben von Bergspitzen, Seen und weiten Flächen. Absolut mystisch. Die Luft beim Einatmen ist klar und mit uns sind kaum Menschen auf der Wandertour unterwegs. Die Feuchtigkeit spüren wir kaum, sind wir doch mit atmungsaktiver Sportkleidung, festen und warmen Wanderschuhen und einem Regenschutz für den Rucksack gut ausgestattet. Was wir in Deutschland als Schietwetter, bei dem man sich am liebsten auf der Couch einkuscheln möchte, beschreiben würde, macht hier in Irland den Reiz der Landschaft aus und gibt ihr diesen mystischen Touch, den wir erwartet haben. Ich möchte euch in diesem Blogbeitrag mit auf die Reise nehmen und euch Irland, fernab der typischen Reisemonate, im Oktober schmackhaft machen. Vielleicht sucht ihr für dieses Jahr noch nach einem außergewöhnlich schönen Urlaubsziel?

Der Weg ist das Ziel

Dieses Prinzip galt auf unserem Roadtrip durch Irland. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön und selbst die Straßen sind hier ein Fotomotiv. Natürlich zeigt sich die Weite der Natur noch besser, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist, weil wir in der Nebensaion verreist sind. Die Schönheit erstreckt sich hier einem komplett. Als wir auf dem Wild Atlantic Way entlanggefahren sind, hat man sich gefühlt, als wäre man Teil der Natur, als würde einem der Nebel selbst mit einhüllen und nur an manchen Stellen den Blick auf die Naturphänomene freigeben. Die Route an sich war das Ziel. Dafür müsst ihr aber auch schon für scheinbar kurze Strecken viel längere Wege einplanen, da die Straßenverhältnisse zum Einen oftmals nicht so gut sind und man nur langsam fahren kann und  zum Anderen, um anzuhalten und auszusteigen, wann immer ihr einen Weg erkunden, eine Aussicht genießen oder einfach die raue Natur entdecken wollt.

Kaum Touristen – absolute Tiefenentspannung

Im Sommer gibt es wohl am Wild Atlantic Way oftmals Stau. Den hatten wir nur, wenn sich uns ganz klischeehaft ein paar Schafe gemütlich in den Weg gestellt haben. Auch unser Airbnb-Host hat uns auf darauf aufmerksam gemacht, dass man an manchen Stellen besonders vorsichtig fahren muss.  Ansonsten hatten wir die Weite der Landschaft fast für uns alleine. Nur weniger Urlauber haben wir auf unseren Routen getroffen. Ich kann euch sagen: das ist pure Tiefenentspannung. Man kann sich voll und ganz auf die atemberaubende Schönheit der Landschaft konzentrieren. Da kann man auch einmal mal auf der Straße mit dem Auto stehenbleiben, um die Landschaft um sich herum wirken zu lassen. Auch die Parkplatzsuche entlang des Wild Atlantic Ways war für uns nie ein Problem und wir konnten meistens das Auto genau dort abstellen, wo wir auch aussteigen wollten.

Schietwetter – in Irland ist es mystisch

Ihr fliegt im Oktober nach Irland? Regnet es da nicht die ganze Zeit? Es ist genau das Wetter, das Irland so besonders macht. Bei Sonnenschein verreisen kann jeder (obwohl wir den – entgegen aller Klischees – zwar selten, aber dennoch in Irland erlebt haben). Irlands Charme hat sich uns vor allem durch seine nasse & nebelige Art von seiner schönsten Seite gezeigt. Es hat etwas magisches, wenn sich der Nebel zart über die Landschaft legt und man nur erahnen kann, was sich noch dahinter verbirgt. Und auch die Rauheit der Natur wurde durch den Nebel und den Regen noch unterstrichen. Wenn dir der Wind ins Gesicht pustet und du den Regen spürst, fühlt man sich der Natur unglaublich nah.

Die grüne Insel bekommt eine Farbe dazu

Im Oktober erstrahlt die grüne Insel noch in weiteren herbstlichen Farbtönen: nämlich rötlich und gelb. Die von mir beschriebene magische Stimmung wird dadurch noch charakterisiert. Diese warmen Farben geben der Insel genau dieses wohlige Gefühl, das man bei einem Urlaub auf ihr empfindet. Auf dem Bild sind wir von Dublin aus nach Howth gefahren und sind immer an der Küste über einen schmalen Weg entlanggelaufen. Man spürt die Rauhheit der Natur und wandert inmitten dieses einzigartigen Farbenspiels.

Dunkles Wetter lässt bunte Häuser noch bunter wirken

Gelb-rötliche Wiesen im Herbst. In einem Dorf in Irland herrscht das ganze Jahr über ein buntes Treiben. Blau, Lila, Gelb, Orange. Es gilt als der bunteste Ort Irlands – Eyeries. Da ich es gerne bunt mag, stand das Ziel natürlich auch unserer Roadtrip-Tour mit auf dem Plan. In diesem Dorf gibt es wirklich einiges zu sehen. Unser Auto haben wir am Dorfrand abgestellt und sind durch die Straße gewandert. Da  Eyeries nur ein „Durchreiseort“ für uns war, haben wir uns auf das kurze Schlendern konzentriert. Hier hatte das eher trist wirkende Wetter meiner Meinung auch wieder einen Vorteil – es hat die Häuser noch mehr zum Leuchten gebracht.

Kamin, Scones & schwarzer Tee

Sucht euch unbedingt eine Unterkunft mit einem Kamin aus. Gerade wenn es abends kalt wird, sorgt das Knistern des Feuers für eine ganz besonders wohlige Stimmung. Dazu haben wir ganz klassisch en masse Scones gegessen & schwarzen Tee getrunken – schließlich möchte ich das Land auch immer über regionale Speisen & Getränke kennenlernen. Das sorgt im Herbst noch einmal für eine ganz andere Stimmung als zum Beispiel im Sommer, denn wenn es draußen kalt ist und man sich innen wärmen kann, tut das Körper und Seele gut. Der schwarze Tee mit Milch hat dem Gaumen so geschmeichelt und so nach Irland geschmeckt, dass ich jetzt bei jedem Schwarztee immer sofort an die grüne Insel denken muss. Auch wenn ich dazusagen muss, dass er mir hier in Deutschland nicht so schmeckt wie in Irland – es liegt eben doch an der Umgebung.

Sweets for my Sweet

In Irland gibt es noch die traditionellen Süßigkeitenläden, wie man sie nur aus Filmen kennt. Ein Bonbonglas reiht sich an das andere und ist voller bunter, runder, eckiger, süßer und saurer Bonbons. Einem solchen Bonbonladen müsst ihr bei eurem Irlandurlaub unbedingt einen Besuch abstatten. Das ist übrigens noch ein Vorteil vom Oktober? Wir hatten den Laden mit den zig Süßigkeiten für uns alleine, konnten mit dem Verkäufer einen kleinen Plausch halten und ein paar Kostproben nehmen (schließlich muss man erst einmal probieren, was man vielleicht kauft).

Irland im Oktober – das solltet ihr unbedingt einpacken

Um für euren Irland-Urlaub im Oktober gut ausgerüstet zu sein, fasse ich euch zusammen, was ihr unbedingt einpacken solltet:

  • Regenjacke mit Kapuze (am besten bunt -> passt gut zu den Bildern mitten in der Natur)
  • Stirnband oder Mütze, da der Wind oft ganz schön frisch ist
  • Regenschutz für den Rucksack
  • Wanderschuhe (nicht nur für Wandertouren, sondern auch so halten die Wanderschuhe die Füße warm und trocken)
  • eine Kamera, um die einzigartige Stimmung festzuhalten
  • Zeit, um öfter stehenzubleiben und die Natur zu genießen oder aber, um euch mit Scones & Tee gemütlich in ein Café zu setzen
  • eine Playlist für die Autofahrten – immer, wenn ihr danach das Lied hört, werdet ihr euch an euren Roadtrip in Irland denken

Na, habt ihr euch Lust bekommen,  nach Irland im Oktober zu verreisen? Ich kann es euch wärmstens empfehlen! 

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