Der Duft von frischem warmen Teig weht an unsere Holzbank. Mit läuft bereits das Wasser im Mund zusammen.“Der Kaiserschmarrn?“ „Hier bitte!“ Und da steht er vor mir, eine gusseiserne Pfanne mit warmen Kaiserschmarrn. Der Puderzucker fängt an zu schmelzen und der Duft steigt mir in die Nase. Ich kann nicht länger warten – ich beuge mich darüber und tauche meine Gabel in den Schmarrn und den Apfelmus – warm, süß und etwas sauer und frisch durch das Mus und die Preiselbeeren: Herrlich! Vor mir thronen die Berge: Kaiserschmarrn auf knapp 2.400m Höhe with a view kann ich da nur sagen. Doch der Aufstieg auf die Olpererhütte hat sich nicht nur deswegen gelohnt. In diesem Blogbeitrag nehme ich euch mit auf eine Reise durch die wunderschöne Natur der Tiroler Berglandschaft.

Kaiserschmarrn auf der Olpererhütte
Nach einem anstrengenden Aufstieg auf knapp 2.400m auf die Olpererhütte in Tirol schmeckt der Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Preiselbeeren besonders gut.

Anfahrt

Um zum Startpunkt, dem Parkplatz am Stegeisspeicher zu kommen, geht es über die Schlegeis Alpenstraße (mautpflichtig). Die Maut haben wir hier gerne bezahlt, denn die Alpenstraße ist mehr als nur ein Weg, der euch zum Schlegeisspeicher bringt, sondern absolut faszinierend. Unser Auto schlängelt sich praktisch zwischen den Bergen hindurch auf der Straße, nah an den Felsen und mitten in der Natur. Wir bekommen jetzt einen ersten Eindruck, was uns an diesem Tag erwarten wird. Das nächste Bauwerk mit Wow-Effekt lässt nicht lange auf sich warten: die riesige Staumauer thront wie ein unüberwindbares Hindernis am Ende der Alpenstraße. Als wir durch den Tunnel fahren und auf dem Parkplatz ankommen, eröffnet sich das „dahinter“.

Schlegeisspeicher

Türkis, Türkiser, Schlegeisspeicher

Ich habe noch nie zuvor so türkisfarbene Seen gesehen wie auf unserer Reise nach Tirol. Es gibt dort gefühlt ein Fotomotiv nach dem anderen. Der Weg hoch zur Olpererhütte beginnt am Parkplatz am türkisfarbenen Schlegeisspeicher, auf dem wir unser Auto abgestellt haben. Mit unseren Rucksäcken (die generell immer vollgepackt sind mit Regenjacken, Verpflegung, Getränken, Kameras, Sonnencreme, Stichsalbe, Pflastern, Wechselsocken und bei Bedarf kurze Hose) entscheiden wir uns für den Weg, der sich serpentinenartig nach oben schlängelt. Der Weg geht zwar stetig bergauf (schließlich wollen wir auf knapp 2.400 m wandern) und ist teilweise sehr steinig, allerdings mit festen Wanderschuhen gut machbar. Besonders faszinierend ist hier, wie sich immer und immer mehr das komplette Bergpanorama mit dem See als absolutes Highlight im Vordergrund vor einem eröffnet.

Bei jeder Kurven (und davon gibt es viele) sind wir stehen geblieben und haben uns nach hinten umgedreht, um das Panorama zu bestaunen. Man fühlt sich so frei, verbunden mit der Natur.

Schritt für Schritt geht es nach oben Richtung Olpererhütte, die man erst sehr spät sehen kann. Als wir die Wanderung im Mai gemacht haben, haben wir einen sehr warmen Tag erwischt, weshalb es sehr wichtig war, unterwegs viel zu trinken. Aber wie schon gesagt, bei der Wanderung haben wir gerne viele ich-drehe-mich-nochmal-kurz-um-und-schaue-mir-die-Aussicht-an-Pausen eingelegt. Generell gibt es nicht viel Schatten auf dem Weg, weshalb ihr unbedingt genügend Wasser mitnehmen und euch ordentlich eincremen müsst.

Bergpanorama mit Blick auf den Stegeisspeicher

Als wir den Serpentinenweg geschafft haben, kommen wir auf einer Art Plattform an – mit einem kleinen Wasserfall, ringsum Berge, kleine Holzbrücken und ein Traumpanorama im Rücken. Jetzt ist auch endlich die Olpererhütte zu sehen und es dauert nicht mehr lange, bis ihr bei eurem Ziel angekommen seid.  Oben wird einem die ganze Schönheit noch einmal bewusst, die wir bereits bei jeder Kurve erahnt haben. Der Schlegeisspeicher und die Berge dahinter sind das eine, doch umgeben ist dieser Ausblick von schroffen Bergen & saftigen Wiesen. Das Panorama ist phänomenal und gibt einem das Gefühl nur ein ganz kleiner Teil in dieser Welt zu sein. Bevor wir uns bei der Olpererhütte stärken, laufen wir noch ein Stück weiter an der Hütte vorbei auf dem Berliner Höhenweg. Nach ein paar Minuten erreicht ihr eine Hängebrücke, an der wir als Fotomotiv nicht vorbeikommen.

Hängebrücke mit Blick auf den Schlegeisspeicher

Wenn ich jetzt darüber schreibe, kommt es mir vor, als würde ich im Moment genau dort stehen. Die Aussicht hat mich wirklich absolut in den Bann gezogen. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir so viel erleben und in der ein Urlaubshighlight das nächste jagt, finde ich es besonders wichtig, öfters einfach mal innezuhalten und den Moment zu genießen. Wir haben uns einfach inmitten der Wiese (hier gibt es übrigens viele Ziegenboller – also aufpassen, wo ihr euch hinsetzt) auf einen Stein gesetzt und das Panorama auf uns wirken lassen. Einfach mal tief einatmen, dankbar sein, was man erleben kann und die unterschiedlichen Facetten aufnehmen. Da gab es raue Berge, die teilweise noch begrünt waren. Braune und grüne Wiesen. Schneebedeckte Bergspitzen. Das türkisblaue glitzernde Wasser des Schlegeisspeichers. Kleine Bergbäche, die sich ihren Weg durch die Berge bahnen. Und das alles ringsum. Beim Blick nach vorne, zur Seite und nach hinten – Bergpanorama ist hier ein passender Begriff.

Nehmt euch die Zeit, einfach mal durchzuatmen und das einzigartige Bergpanorama auf euch wirken zu lassen.

Bergpanorama bei der Olpererhütte

Weil dann der Magen doch etwas knurrt und die Aussicht nur noch durch einen Kaiserschmarrn mit Aussicht getoppt werden kann, suchen wir uns einen Platz auf der Außenterrasse der Olpererhütte. Wir haben uns beide für die klassische Mehlspeise entschieden. Nicht nur die Aussicht, sondern auch der Kaiserschmarrn ist eine Augenweide. In der gusseisernen Pfanne wird er ofenwarm mit Apfelmus, Preiselbeeren und Puderzucker serviert. Wie er schmeckt, habe ich euch ja zu Beginn bereits geschrieben.

Wie ihr sicherlich herausgelesen habt, kann ich euch die Wanderung zur Olpererhütte nur wärmstens empfehlen. Hier noch ein paar Tipps:

  • feste Wanderschuhe
  • Sonnencreme (nur sehr selten schattige Stücke)
  • Regenjacke (sollte man bei einer Wanderung in den Bergen immer dabei haben)
  • Wechselkleidung (ich hatte zum Beispiel noch ein Shirt und eine kurze Hose dabei)
  • eine leichte Sportjacke – obwohl es sehr warm an dem Tag war, war es doch auf 2.400m Höhe und nach einem schweißtreibenden Aufstieg etwas kühler
  • Trinken, trinken, trinken – unbedingt Wasser einpacken
  • Verpflegung für unterwegs (solltet ihr nicht bis zur Einkehr auf der Hütte warten können)
  • Kamera (wer möchte dieses Bergpanorama nicht festhalten)
  • Hunger auf Kaiserschmarrn 🙂

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachwandern dieser tollen Route!

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